Call for Papers

Wer garantiert eigentlich, dass Linux korrekt funktioniert? ( Vortrag )

Referent: Dr. Carsten Emde, Open Source Automation Development Lab (OSADL) eG
Vortragsreihe: Open Source
Zeit: 03. Dezember 09:45-10:25

Zielgruppe

Entwicklung

Themenbereiche

Anforderungen definieren und verfolgen, Test & Qualitätssicherung, Software Engineering Management, Echtzeit/RTOS

Kurzfassung

Das Linux-Entwicklungsmodell mit einer zweiwöchigen Phase, in der neue Eigenschaften eingeführt werden, und einer darauf folgenden zweieinhalbmonatigen Stabilisierungsphase hat sich extrem bewährt und sicher zum großen Erfolg des freien Betriebssystems beigetragen. Auch die Diskussion von Fehlern und die gemeinsame Suche nach der besten Lösung, die in den verschiedenen Newsgroups, speziell auch der "Linux Kernel Mailing List" (LKML) stattfindet, hat einen wesentliche Anteil daran. Allerdings fehlt ein Prozess, der sicherstellt, dass ein gemeldeter Fehler behoben wird. Außerdem müsste besser gewährleistet sein, dass der ursprüngliche Reporter eines Fehlers dessen erfolgreiche Beseitigung quittiert. Schließlich ist es auch erforderlich, dass als stabil bezeichnete Versionen auf vielfältigen Plattformen getestet und die Testergebnisse verfügbar gemacht werden. Dieser Vortrag beschreibt ein Projekt, dass ein Teil der genannten Defizite behebt und die geforderten Daten bereitstellt.

Gliederung

* Beschreibung der OSADL-QA-Farm mit technischen Daten
* Übersicht über die im Test befindlichen Systeme
* Darstellung einzelner besonders wichtiger Variablen:
- Taktfrequenz (P-States), Schlafstadien (C-States) und Stromaufnahme
- Kontinuierliche Messung der apparenten Echtzeit-Latenz
- Messphasen zur Bestimmung der stimulierten Echtzeit-Latenz
* Beispiele zur Optimierung der Echtzeit-Latenz
* Vorgehensweise bei der Analyse von Upgrade-Regressions
* Beispiele von Stabilitätsproblemen und deren Analyse und Behebung
* Definition der Kriterien für ein "Latest-Stable" Echtzeit-Linux

Nutzen und Besonderheiten

Der Teilnehmer lernt die OSADL-QA-Farm kennen und erfährt, wie er deren Daten in seiner Arbeit mit Linux sinnvoll und erfolgreich einsetzen kann. Dies bezieht sich nicht nur auf die Interpretation der bereitgestellten Auswertungsdaten, sondern auch auf die Verwendung der vielfältigen Konfigurationsdetails. Prinzipiell ist nämlich vorgesehen, dass alle erforderlichen Informationen verfügbar sind, um funktionell identische Systeme an jedem beliebigen anderen Ort einrichten zu können.

Über den Referenten

Dr. Carsten Emde blickt auf eine mehr als 25-jährige Tätigkeit als Software-Entwickler, System-Integrator und Software-Consultant für industrielle Computeranwendungen, speziell für Embedded-Systeme, zurück. In diese Zeit fällt auch eine umfangreiche Publikations- und Vortragstätigkeit zu den Themen Embedded-Systeme, Software-Entwicklung, Echtzeitanforderungen sowie zu Open-Source-Lizenzen. Seit Gründung des Open Source Automation Development Lab im Jahr 2005 ist er dessen Geschäftsführer.